Die Gemeinde Reckingen an der Mess umfasst heute auf einer Fläche von 20,42 km² die Ortschaften Ehlingen, Limpach, Pissingen, Reckingen, Roedgen, Wickringen sowie den Teilort Dippach-Gare.
Reckingen gilt trotz fehlender früher Quellen als sehr altes Siedlungsgebiet. Der Ortsname stammt aus dem Fränkischen und verweist vermutlich auf einen wohlhabenden Siedler namens Ruko. Hinweise auf eine frühe Bedeutung liefert auch die Kirchenpatronin Sankt Adelgundis. Ursprünglich gehörte Reckingen zur Doppelpfarrei Reckingen-Rüssingen, die im 13. Jahrhundert sieben Dörfer umfasste. Eine mögliche erste urkundliche Erwähnung findet sich 1137 unter dem Namen „Rochingen“. Bereits im 9. Jahrhundert kam das Gebiet unter die Herrschaft der Grafen von Luxemburg, die Teile ihres Besitzes an lokale Adelige weitergaben. Bedeutende Besitzrechte lagen später bei der Abtei Münster sowie bei Marienthal, Differdingen und Bonneweg. Mitte des 14. Jahrhunderts zählte die Pfarrei rund 150 Haushalte. Kurz vor dem Ende des Feudalsystems war die Abtei Münster Grundherrin, während die Familie de Geysen weltliche Aufgaben übernahm. Die heutige Kirche wurde 1933 nach Plänen des Architekten Jean Dietz errichtet.
Pissingen liegt abseits der Hauptverkehrswege und ist vor allem durch lokale Sagen bekannt. Eine wichtige Rolle spielt eine Quelle im Wald, die dem heiligen Willibrord zugeschrieben wird und Pilger anzog. Bereits in keltischer Zeit könnte hier ein Kultort bestanden haben. Eine Kapelle ist seit 1560 belegt, später entstand ein Gotteshaus im Dorf. Die heutige Kapelle wurde 1773 errichtet. Kirchlich gehörte Pissingen zunächst zu Reckingen, wurde zeitweise Monnerich zugeordnet und gehört seit 1808 wieder zu Reckingen.
Limpach wird erstmals 1267 erwähnt; der Name bedeutet „Linde am Bach“. Die Herren von Limpach waren Untervögte der Grafen von Luxemburg, standen aber meist in Verbindung mit Adelsfamilien aus anderen Regionen. Ab dem 13. Jahrhundert war Limpach eine eigene Pfarrei. Die lokale Adelslinie starb im 15. Jahrhundert aus, danach wechselten die Herrschaftsverhältnisse. Bis 1630 besaß das Dorf eigene Gerichtsbarkeit, später ging die Hochgerichtsbarkeit an Tavigny und anschließend an die Familie de Geysen über. Nach schweren Sturmschäden 1763 wurde die heutige Kirche 1780 erbaut und 1782 eingeweiht.
Dippach-Gare entstand erst mit dem Bau der Eisenbahnlinie Luxemburg–Petingen im Jahr 1889. Rund um die neue Haltestelle entwickelte sich eine Siedlung mit Poststation und Gasthaus. In der Nähe lag das verschwundene Dorf Lessingen, von dem nur noch eine ehemalige Mühle zeugt.
Über das Dorf Rüssingen, das spätestens im 17. Jahrhundert aufgegeben wurde, ist wenig bekannt. Es bildete einst mit Reckingen eine Doppelpfarrei. Nach der Aufgabe des Dorfes übernahmen Einsiedler die Betreuung der Kirche. Später verfiel diese zur Ruine; lange erinnerte ein Kreuz an den Ort.
Roedgen wurde 1226 erstmals als „Runneke“ erwähnt und trug später verschiedene Namen. Es besaß zeitweise eine kleine Herrschaft. Die Bewohner gehörten zunächst zur Pfarrei Rüssingen. Eine Kapelle ist 1738 belegt, die heutige Kirche wurde 1872 gebaut. Nach kurzen Wechseln gehört Roedgen wieder zur Pfarrei Reckingen.
Ehlingen war in der Feudalzeit Teil der Landmeierei Bettemburg, mit Grundrechten der Herren von Aspelt. Mehrere kirchliche Institutionen teilten sich den Zehnten. Bereits im 16. Jahrhundert gab es eine Kapelle, später mehrere Neubauten. Nach dem Konkordat von 1801 wurde eine neue Kirche errichtet. Die Zugehörigkeit zu verschiedenen Pfarreien wechselte mehrfach, bis Ehlingen 1844 zur eigenständigen Pfarrei erhoben wurde.
Wickringen gehörte wie Reckingen zum Besitz des Frauenstifts Marienthal. Die Herrschaft wechselte im Laufe der Zeit mehrfach, unter anderem an die Familien Beving und Meysemburg. Hinweise auf eine Kapelle sind unsicher. Heute gehört der Ort zur Pfarrei Steinbrücken.
Der Gutshof Lollingen, auch „Lalléngerhaff“ genannt, war Sitz einer Ritterfamilie. Im 13. und frühen 14. Jahrhundert gingen Rechte und Besitztümer an Klöster über. Heute existieren keine Überreste mehr; der Hof lag im Gebiet von Reckingen-Bettingen.
